BR-DE-18 Verwendungszweck bei Überweisungen
Was diese Regel prüft
BR-DE-18 prüft, dass bei Rechnungen mit Überweisung als Zahlungsmittel (Payment Means Code 30 oder 58) die Zahlungsreferenz (BT-83, Remittance Information) angegeben ist. Konkret muss das Element cbc:PaymentID auf Dokumentebene oder innerhalb der cac:PaymentMeans-Gruppe vorhanden sein.
BT-83 entspricht dem Verwendungszweck (auch: Zahlungsreferenz), der bei der Banküberweisung im Freitext- oder Referenzfeld übermittelt wird.
Warum diese Regel existiert
Deutsche Banken und Finanzdienstleister benötigen den Verwendungszweck, um eingehende Zahlungen automatisch den offenen Rechnungen zuzuordnen. Ohne Zahlungsreferenz:
- Muss die Zahlungszuordnung manuell erfolgen — bei großen Unternehmen mit tausenden Eingangsrechnungen ein enormer Aufwand
- Können SEPA-Überweisungen nicht maschinell abgeglichen werden
- Entstehen Verzögerungen bei der Verbuchung und potenzielle Mahnungen trotz erfolgter Zahlung
- Fehlt dem Zahlungspflichtigen die Information, welche Angabe er bei der Überweisung verwenden soll
Die XRechnung macht BT-83 daher bei Überweisungszahlungen (Code 30 = Überweisung, Code 58 = SEPA-Überweisung) zu einem Pflichtfeld.
Was einen Fehler auslöst
Der Fehler tritt auf, wenn:
- PaymentMeansCode 30 oder 58 ohne PaymentID — Eine Überweisung ist als Zahlungsmittel angegeben, aber
cbc:PaymentIDfehlt - Leere PaymentID — Das Element existiert, enthält aber keinen Wert:
<cbc:PaymentID/> - Nur InstructionNote statt PaymentID —
cbc:InstructionNoteist kein Ersatz für BT-83 im XRechnung-Kontext
Fehlerhaftes XML-Beispiel
<ubl:Invoice xmlns:ubl="urn:oasis:names:specification:ubl:schema:module:...">
<cbc:ID>RE-2024-042</cbc:ID>
<cbc:IssueDate>2024-01-15</cbc:IssueDate>
<cbc:DueDate>2024-02-15</cbc:DueDate>
<!-- FEHLER: PaymentID fehlt -->
<cac:PaymentMeans>
<cbc:PaymentMeansCode>58</cbc:PaymentMeansCode>
<!-- Kein <cbc:PaymentID> vorhanden -->
<cac:PayeeFinancialAccount>
<cbc:ID>DE89370400440532013000</cbc:ID>
<cbc:Name>Mustermann GmbH</cbc:Name>
<cac:FinancialInstitutionBranch>
<cbc:ID>COBADEFFXXX</cbc:ID>
</cac:FinancialInstitutionBranch>
</cac:PayeeFinancialAccount>
</cac:PaymentMeans>
</ubl:Invoice>
Die Validierung meldet: BR-DE-18: Die Informationen zur Zahlungsanweisung (BT-83) müssen übermittelt werden, wenn als Zahlungsmittel Überweisung angegeben ist.
Die Lösung
Fügen Sie cbc:PaymentID als Zahlungsreferenz hinzu:
<ubl:Invoice xmlns:ubl="urn:oasis:names:specification:ubl:schema:module:...">
<cbc:ID>RE-2024-042</cbc:ID>
<cbc:IssueDate>2024-01-15</cbc:IssueDate>
<cbc:DueDate>2024-02-15</cbc:DueDate>
<cbc:PaymentID>RE-2024-042</cbc:PaymentID> <!-- BT-83: Verwendungszweck -->
<cac:PaymentMeans>
<cbc:PaymentMeansCode>58</cbc:PaymentMeansCode>
<cac:PayeeFinancialAccount>
<cbc:ID>DE89370400440532013000</cbc:ID>
<cbc:Name>Mustermann GmbH</cbc:Name>
<cac:FinancialInstitutionBranch>
<cbc:ID>COBADEFFXXX</cbc:ID>
</cac:FinancialInstitutionBranch>
</cac:PayeeFinancialAccount>
</cac:PaymentMeans>
</ubl:Invoice>
In der Praxis wird häufig die Rechnungsnummer als Verwendungszweck verwendet (hier: RE-2024-042).
Sonderfälle und häufige Fehler
PaymentID vs. InstructionNote
In UBL existieren mehrere Felder für Zahlungsinformationen:
cbc:PaymentID— mappt auf BT-83 (Verwendungszweck) und ist das korrekte Feldcbc:InstructionNote— ist ein Freitextfeld für Anweisungen an die Bank, nicht identisch mit BT-83
Viele Softwarehersteller verwechseln diese Felder. Nur cbc:PaymentID erfüllt BR-DE-18.
Maximale Länge
SEPA-Überweisungen erlauben maximal 140 Zeichen im Verwendungszweck. Längere Werte werden von Banken abgeschnitten und können zu Zuordnungsproblemen führen. Empfehlung: Verwenden Sie kurze, eindeutige Referenzen.
Strukturierte Referenzen (RF Creditor Reference)
Neben Freitext-Referenzen akzeptiert BT-83 auch strukturierte Referenzen nach ISO 11649:
RF18539007547034
Diese beginnen mit RF, gefolgt von zwei Prüfziffern und der eigentlichen Referenz. Strukturierte Referenzen ermöglichen eine fehlerfreie maschinelle Zuordnung.
Lastschriftverfahren (Code 59)
Bei SEPA-Lastschrift (Code 59) greift nicht BR-DE-18, sondern BR-DE-19. Hier wird statt des Verwendungszwecks eine Mandatsreferenz benötigt.
Mehrere PaymentMeans-Blöcke
Enthält eine Rechnung mehrere cac:PaymentMeans-Blöcke (z. B. Überweisung und Kreditkarte als Alternative), muss cbc:PaymentID für jeden Überweisungsblock vorhanden sein.
Code 30 vs. Code 58
- Code 30 = allgemeine Banküberweisung (credit transfer)
- Code 58 = SEPA-Überweisung (SEPA credit transfer)
Beide lösen BR-DE-18 aus. In der Praxis ist Code 58 im deutschen Raum Standard.